Photovoltaik-Forscher am Fließband - Das Labor- und Servicecenter Gelsenkirchen des Fraunhofer ISE

20.10.2000

Am 20.10.2000 weiht das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE offiziell sein Labor- und Servicecenter Gelsenkirchen ein. In unmittelbarer Nachbarschaft der Shell Solarzellenfabrik und gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen setzt es Forschungsergebnisse unmittelbar in Produktions-Know-how für Solarzellen um.

Labor- und Servicecenter Gelsenkirchen des Fraunhofer ISE
© Fraunhofer ISE

Labor- und Servicecenter Gelsenkirchen des Fraunhofer ISE.

Seit 100.000-Dächer-Programm und Erneuerbare Energien Gesetz boomt die Photovoltaik sichtbar. Dahinter steckt Forschung und Entwicklung, die in den letzten zwanzig Jahren die Leistung von Solarzellen um 50 % gesteigert und die Kosten halbiert hat. Das Fraunhofer ISE war in enger Zusammenarbeit mit der Industrie Vorreiter für Innovationen und setzt auch jetzt wieder ein Zeichen: Direkt neben einer der  neuesten Solarzellenproduktionen Europas hat es in Gelsenkirchen ein Labor- und Servicecenter eingerichtet.

„Wir haben praktisch eine komplette Fertigungslinie im Labor aufgebaut. Wir können produzieren wie in einer Fabrik und experimentieren wie in einem Labor“ erläutert Dr. Dietmar Borchert, Leiter des Labor- und Servicecenters den Grundgedanken. „Die Innovationszyklen in der Photovoltaik sind so kurz und die Prozesse so komplex geworden, dass es zunehmend Sinn macht,  wenn angewandte Forschung unter produktionsähnlichen Bedingungen betrieben wird.

Die unmittelbare Nachbarschaft von Forschung und Fertigung ist natürlich ein großer Standortvorteil für Gelsenkirchen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat dafür optimale Rahmenbedingungen geschaffen und zeigt so, was es unter Strukturwandel im „Energieland Nr. 1“ versteht.

Doch das Labor- und Servicecenter ist für die ganze Photovoltaikindustrie  und -Technologieentwicklung da. Verschiedene Projekte z.B. mit der Firma Deutsche Solar, vormals Bayer Solar GmbH, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule RWTH Aachen, der FernUniversität Gesamthochschule Hagen sowie der University of California, Berkeley, laufen bereits.

Mit je 100 m2 Reinraum und Messtechnik sind die derzeit sechs Fraunhofer Mitarbeiter bestens gerüstet – auch für Halbleitercharakterisierung und Sensorforschung. „Wir haben hier einige wissenschaftliche Leckerbissen“, meint Borchert zur Ausstattung, „darunter einen Lebensdauermessplatz auf Mikrowellenbasis und einen Stripping-Hall-Messplatz, mit dem man in die chemischen Geheimnisse des pn-Übergangs vordringen kann.“

So wird das Labor- und Servicecenter des Fraunhofer ISE mit angewandter Forschung unterstützen, was die Politik mit Rahmenbedingungen eingeleitet hat: Eine rasante Entwicklung der Industriebranche Photovoltaik.